Durch die Wüste

Von Cuba aus starten wir in die Wüste: 200 km sind es bis Grants, einem ehemaligen Uran-Bergbau-Ort an der berühmten Route 66 liegend, da gibt’s den nächsten Grocer’s Shop und auch ein MTB-Zubehör.

Wir fahren in unzählige trockene Bachbette hinunter und wieder steil hinauf. Die Landschaft mit ihren Felsformationen erinnert uns an Monument Valley – von jetzt an gibt’s Kakteen 🙂

 

Thema in dieser Gegend ist natürlich immer: Genug Wasser mitnehmen, sorgsam einteilen. Es wird eine langer Trip, auch weil ich mich einer Übernachtung im Zelt zwischen Kakteen und Rattlesnakes verweigere 🙂 – Nach 154 km (unsere bislang längste Fahrt) erreichen wir den kleinen Ort San Mateo, 22 Meilen vor Grants, wo es zwar keinen Grocery gibt, aber Platz auf Barbaras Wiese samt Dr. Pepper’s Cola, Früchten aus dem heimischen Garten und einer Sternen-klaren Nacht.

Wow! – Gemeinsam durch eine „affengeile“ Landschaft

Wir holen Vito und Palas Athene von ihrem Campground auf einem der höchsten Hügel ab und fahren dann alle gemeinsam durch ein wirklich atemberaubend schönes, technisch schwieriges und abwechslungsreiches Terrain.

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Es geht durch Föhren- und Aspenwälder sowie Almen-artige Wiesen, Abfahrten über loses Geröll – die absolute Grenze für unser Mountainbike-Tandem!

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Vito und Palas Athene auf ihrem Tandem in schwierigem Gelände

Der 70 km-Bike-Tag endet mit einem gigantischen Downhill-Ride: erst mit 65 km/h über Schotterstraßen, dann am Asphalt mit bis zu 79 km/h in die Kleinstadt Cuba hinunter.

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Hurra! „Unforgettable“ nennen es Dusty und Joe – und wir feiern den Ritt in einem kleinen mexikanischen Restaurant in Cuba.

Wir treffen unsere Freunde wieder

Nach unserer – ernährungsbedingt – kurzen Routenänderung treffen wir in Abique wieder auf unsere Weggefährten Dusty und Ahora (aus Neuseeland) sowie auf Joseph aus Vancouver Island. – Es wird wieder ein „echter“ Mountainbike-Ritt: 90 km und 1.300 Höhenmeter auf Felsplatten, durch sandige Passagen, ständig bergauf entlang der Polvadera Mesa Ridge.

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New Mexico auf steinigem MTB-Pfad

Über den La Manga-Pass (3.070 m hoch) führt uns noch ein kurzes Asphalt-Stück, dann geht es auf Schotterstraßen über die Grenze nach New Mexico.

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Nun wird es technisch anspruchsvoll. Auf die Brazos-Ridge hinauf und dann entlang führt ein echter Mountainbike-Weg – große lose Steine, tiefe Lehmfurchen, tiefe Wasserlacken, sandige Passagen – und dies in einem ständigen Auf und Ab.

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Wir sind von der Vegetation in New Mexico überrascht: üppige Föhren- und Aspenwälder. Beim Camping auf 3.200 m wird es empfindlich kalt.

Am Tag darauf geht es 90 km lang und technisch schwierig weiter. Sowohl unsere Wasser- als auch unsere Essensvorräte werden knapp. Wir hoffen, im Ort Vallecitos, Verpflegung zu bekommen – was sich leider als Irrtum herausstellt (verlassene Häuser). —– Wir weichen nach Ojo Callientes aus – ein Einheimischer nimmt uns Huckepack auf seinem 70er-Jahre-Pickup-Ford zu einer Therme mit – wir essen dicke Steaks – alles gut!

Indiana-Pass & Platoro: Gold und Silber

Als wir den Indiana-Pass überfahren, merke ich, wie „dünn“ die Luft hier oben schon ist.

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Zuerst der wirklich mühsame und kraftraubende 1.200 Höhenmeter-Climb, dann ein kurzer Downhill-Ride und hinauf zum nächsten Pass. Hier treffen wir die anderen „Great Divide“-Radler, Vito und Palas Athene aus Los Angeles, die – genauso wie wir – auf dem Tandem-Bike unterwegs sind, und Britta und Bernd aus Stuttgart. Nach dem Indiana-Pass bezwingen wir gemeinsam den Elwood-Pass (3.400 m).

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Und dann geht’s hinunter nach Platoro (Plato=Silber, Oro=Gold), einem kleinen ehemaligen Bergbaudorf: Die Häuser dienen heute als Ferien-Domizile – im Zentrum des Örtchens steht stolz die „Sky Line Lodge“, die nicht nur Unterkunft, sondern auch die kalorienreichsten „Burger“ der Region serviert. Danke an Taylor von der Rezeption für ihren tollen Service 🙂

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Die Pässe werden immer höher!

Je weiter wir nach Süden kommen, desto höher wird das Niveau der Rockies – unser „Climbing“ wird immer herausfordernder. Die Siedlungen liegen jedenfalls über 2.000 m, die Pässe führen uns bis auf 3.600 m (das entspricht den höchsten Gipfeln der Ostalpen). Marshall-Pass: 3.300 m, Cochetopa-Pass: 3.000 m, Carnero-Pass: 3.050 m, Indiana-Pass: 3.600 m, La Manga-Pass: 3.070 m, Brazos-Ridge: 3.300 m, Burned Mountain: 3.060 m, Polvadera Mesa-Camp-Site: 3.200 m. – Wir radeln täglich zwischen 1.200 und 1.700 Höhenmeter bei Distanzen von 80 bis 150 km – Schotterstraßen mit durchaus schwierigen Mountainbike-Passagen. Ein SUV kann unserer Strecke jedenfalls nicht folgen.

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Abends dann Lagerfeuer- und Mundharmonika-Idylle am Creek.

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Nach Salida – unsere schönste Tour

 

Von Hartsel sind wir mehr als 40km durch die hügelige Steppe geradelt, über Sandstraßen zwischen Kühen und Bisons, immer leicht bergauf. Und dann ist es – überraschend – felsig und grün zugleich geworden, wir sind durch einen wundervollen Aspenwald auf 3.000m hoch geradelt und haben das wundervollste Panorama unserer bisherigen Reise erlebt: die Sawatch Mountain Range mit ihren 4.000 m hohen Gipfeln.

Und dann geht es über Schotterstraßen 800 Höhenmeter runter nach Salida. Es ist die bislang tollste Abfahrt, die wir radeln/rollen, und sie schließt mit einem wunderschönen rötlichen Canyon ab – bevor wir in Salida einlaufen.

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Salida ist eine mexikanisch anmutende Stadt im Süden Colorados, die für zwei Welten steht: für Kunst und Outdoor. Die Stadt ist nicht nur für ihre tolle Küche bekannt, sondern auch für ihre zahlreichen Galerien – und die Outdoor-Aktivitäten: Gleich neben der CenterCity fließt der Arcansas-River, in den wir – wie alle anderen – nach unserer Stadttour hineinspringen. Mike, ein Bernie-Sanders-Fan aus NYC leiht mir dann noch sein WW-Kanu ….

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Dank Karen, Emily and Andrew vom „Hostel Salida“.

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