Mit 80 km/h nach Steamboat Springs

Wer sich die Landkarte der USA mal grob angesehen hat, wird feststellen, dass die inneren Grenzen, also jene der Bundesstaaten, mit dem Lineal gezogen worden sind, also völlig unabhängig von natürlichen Grenzen wie Flussläufen oder Bergrücken. Das Ungewöhnliche: Als wir die Grenze zu Colorado passieren („You leave Wyoming“), ändert sich die Landschaft schlagartig sichtbar ins Grün. Die Besiedelung scheint dichter zu sein – und der Wohlstand größer. Durch die „Three Forks Ranch“ mit ihren stattlichen Häusern, unendlichen Weiden und Teichen samt Golfplatz radeln wir gute 2 Stunden – und dann kommen wir in den Aspen-Wald, durch den der Wind angenehm rauscht.

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Wer sich auf der Schotterstraße über den Pass gemüht hat (2.600 m, da reparieren wir auch unseren Reifenschaden), der freut sich dann umso mehr über den netten Downhill Ride nach Steamboat Springs mit einer Höchstgeschwindigkeit von 80 km/h (da liegen wir beide aber schon auf der Lenkstange J. Achtung! Dazwischen bitte 2mal scharf bremsen: nämlich in Columbine gleich nach dem Gipfel und dann dann in „Hahn’s Peak“, ein paar Meilen unterhalb.

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In Steamboat Spring, eines der prominenten US-Skiressorts ist dann „sportlicher Urbanismus“ angesagt: Eine mittelgroße Stadt mit vielen Sportgeschäften, wo wir unser Tandem generalsanieren (neue Reifen, Getriebe etc). Alles hier radelt oder läuft oder schwimmt mit dem Schwimmreifen den schmalen Fluss runter, der die Stadt durchzieht (mit Blick auf die Sprungschanze). Dazu gibts im Stadion Rodeo.

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Jetzt sitzen wir in der stattlichen ‚Bud Werner Memorial Library‘ und schreiben Blog. Gleich gehts weiter zum nächsten Pass.

 

 

 

„Dixon Club“ in Wyoming – und Hillary

Von Wamsutter geht es weiter durch Erdgasfelder, die sich über rund 100 Meilen ziehen. – Hitze! – Nach 6 Stunden Cycling wird es wieder grüner, das tut der Seele gut, wir lachen wieder und kommentieren wie üblich die Landschaft 🙂

Wir erreichen Dixon, eine 99-Seelen-Gemeinde und unsere letzte Station in Wyoming, bevor wir nach Colorado weiterziehen.

Der „Dixon Club“: In der örtlichen Bar verbringen wir dann mit Chefin Julie und der bunten Schar Einheimischer einen diskussionsreichen Abend. Auf dem großen Bildschirm hoch über der Bierzapfsäule läuft dazu der Partei-Convent der Demokraten mit der Hillary-Rede. Die Einschränkung des Waffenbesitzes kommt bei der Dixon-Club-Gemeinde gar nicht gut an. Irgendwann wird es Bar-Chefin Julie zuviel, sie lässt abstimmen: Country-Musik oder Hillary? – Country-Musik!!

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Great Divide Basin

Nach dem South Pass beginnt das große Great Divide Basin. Ein Bereich, aus dem kein Wasser je einen Ozean erreicht. Falls es hier regnet, verdunstet alles. Wir müssen vorsorgen. Wir essen und trinken noch gut in Atlantic City und füllen unsere Wasserflaschen und -kanister auf.

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Es stehen 100 Meilen an ohne Wasserstelle, quer durch ein wüstenartiges Hochland auf rund 2.300m.

 

 

Zur Nacht ruhen wir in der Nähe eines Sees ohne Zu- und Abfluss. Darin fünf Pelikane. Das Wasser trüb. Wir kochen es ab.

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Heute 7 am Abreise in Richtung Süden quer durch die wasserlose Hochfläche. Wir brechen extra früh auf, damit wir weniger Sonne abbekommen und eher mit unseren Wasservorräten auskommen. Der Weg über die Basin Hochebene entwickelt sich zur anspruchsvollen Mountainbike-Strecke: über steile und steinige Anstiege und Abfahrten – und mit grandiosen weiten Ausblicken über das unendlich weite Land.

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Nach rund 100 km kommen wir in ein Gebiet mit Erdölförderung und treffen endlich wieder auf Menschen (die uns dann auch noch mit Wasser aushelfen 🙂 Nach insgesamt 120 km, bei knapp 40 Grad C, landen wir in der Erdölsiedlung Wamsutter. Sieht spacig aus – ich habe mich selten so über einen Fastfood „Subway“ mit kalten Getränken gefreut …

 

Cowboys und Gold

Nach dem Fahrrad-Service in Pinedale geht es weiter. Mitten in die Rinderherden von Wyoming. Dazwischen Steppe. Die Rinder werden von Zeit zu Zeit beaufsichtigt – durch Cowboys auf ihrem Pferd: mit Lasso zum Einfangen von Rindern.

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Später dann der South Pass. Ein flacher Übergang über die Rocky Mountains, den schon Indianer und die ersten Siedler als einfachsten Übergang nutzten. Am Pass: eine Goldmine. Heute eine verlassene Museumsstadt – South Pass City. Einzig ein Touristenshop mit zwei Bewohnern.

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Waldbrand

Bereits in der Flagg Ranch sehen wir eine Liste der aktuellen Waldbrände. Eine Reihe von Blitzen hat einige Brände entzündet.

Wir fahren – ohne etwas von Waldbrand zu bemerken – los und radeln munter dem Jackson Lake entlang und blicken auf die 4.000er des Grand Teton National Park.

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Dann geht es bergauf bis auf fast 9.600 Fuß. Unser GPS zeigt 2.880m. Stimmt: 1 Fuß = 0,3m.
Nun sehen wir die Ausmaße eines Waldbrandes. Riesige Wolken ziehen über den Himmel. Zwei Hubschrauber mühen sich redlich, den Brand einzudämmen.

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Wir schlafen in der Nähe des Passes und sind unsicher, ob wir die Fahrt über unsere geplante Route fortsetzten können – die Alternative wäre fast 150 Meilen länger!

Am Morgen noch immer dichte Rauchschwaden. Wir fahren durch Nebel, immer mit dem Brandgeruch.

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Die gute Nachricht: Unsere Strecke über den Union-Pass (wieder 9.600 Fuß hoch) ist offen. Je weiter wir kommen, desto lichter werden die Nebel und wir atmen wieder frische Luft.

Nach dem Pass eine nicht enden wollende Hochebene auf tiefem Schotter. Das Bike rollt schwer. Dann noch ein Reifenschaden an unserem Anhänger, der jedoch schnell geklebt ist.

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Wir ziehen heute durch. Eine Nacht in einem staubigen Tal wollen wir uns ersparen und fahren weiter bis nach Pinedale, wo wir uns ein Zimmer gönnen.

144 km, mehr als 1.300 Höhenmeter, und das auf tiefem Schotter.

Morgen Montag müssen wir einen Bike-Shop finden und das Rad servicieren – Kette, Kassette, eine Speiche, einen Ersatzreifen.

Von Lima/Montana nach Idaho via Red Rock

Landschaftlich malerisch und faszinierend ist die „Pampa-artige“ Gegend, die wir von Lima zum Red Rock-Pass durchfahren. Bei ca 40 Grad Celsius geht es über Schotterstraßen durch eine hügelige Landschaft mit vielen Braun- und Grüntönen, in der wir nur manchmal auf Menschen treffen: meist sind es Farmer in ihren großen Pickups. Mein sonst übliches Bären-Alarm-Geklingel kann ich mir sparen in einer Landschaft, die auf viele Meilen hin gut überblickbar ist.

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Es wird ein „fleißiger Tag“, weil wir uns in Lake View und nach knapp 80 km Fahrt entschließen, auch noch den Red Rock-Pass in Angriff zu nehmen: Um 6 Uhr am Abend überqueren wir ihn schließlich und damit die Grenze von Montana nach Idaho.

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Es ist der Tag, an dem in 3 US-Bundesstaaten totaler Stromausfall herrscht und der Campground, in den wir kurze Zeit später einreiten, ist demgemäß im Chaos: Sämtliche ältere Gäste (im Sommer mit ihren 3-achsigen Riesenwohnwägen im kühleren Idaho – im Winter in Texas oder Florida) sind bemüht, mittels Generatoren den üblichen komfortablen Abendzustand herzustellen: heiß Duschen, Haarfönen, Kochen, Fernschauen etc. – Ein Riesenkrach am ganzen Campground.

 

Ghost Town und wilder Ritt

Gestern Abend sind wir in Bannack eingeritten, der ersten Hauptstadt von Montana – jetzt eine Geisterstadt. Es war grad der jährliche „Bannack Day“ angesagt, und die treuesten Fans der einstigen, blühenden Goldgräber-Stadt sind in historischen Kostümen durch die relativ gut erhaltene Stadt gewandelt. Leider haben wir die angeblich original-getreuen Vorführungen von Duellen, Bankrauben usw. versäumt. Die letzten Einwohner Bannacks haben im übrigen erst 1970 die Stadt verlassen.

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Heute morgen sind wir im wilden Ritt von Bannack nach Lima /Süd-Montana geradelt. Die Landschaft wird immer trockener und hat schon ein leichtes Arizona-Flair. Unterwegs treffen wir erstmals auf große Rinderherden – und auf auf Cowboys.

Bevor wir schließlich Lima erreicht haben, gab es noch einen wunderbaren Lunch in Dell für uns: In der 35-Seelen-Gemeinde werden einfach unglaublich gut Hühnchen serviert. 10 Meilen weiter, in Lima, sind wir dann im einzigen Swimming-Pool der Region baden gegangen und haben danach eine wirklich originelle Bar aufgetan.

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