Elk Pass

Heute morgen um 7.45 Uhr haben wir unsere Tages-Tour begonnen – nach einem mühsamen Zelt-Abbau nach einer regnerischen Nacht: bei 6 Grad Celsius und inmitten von frisch beschneiten Berggipfeln! Der „Climb“ zum Elk ist einigermaßen herausfordernd: mit steilen Anstiegen, wo wir unser Tandem zum ersten Mal schieben mussten und dann hinauf in die wunderschöne, flache, Passebene.

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Hinunter gings dann durchs Elk River Valley, 80km lang bis Elk Ford. Hier hat es dann Wildlife pur gegeben: gleich zwei kleine Hirsche sind uns buchstäblich über den Weg gelaufen – von Bären oder Elchen (!) keine Spur.

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Nach knapp 90 km sind wir dann im strömenden Regen in Elkford gelandet, ein schlichtes Dorf am Rand einer gigantischen Kohlemine. Die nasse Schotterstraße hat uns und unser Bike ziemlich „paniert“. Da half nur der Wasserschlauch des auf Minen-Fahrzeuge eingerichteten Motels.

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Kananaskas Country

Auf dem Weg von Canmore geht’s dann die breite Schotterstraße entlang in Richtung „Spraylake“, südlich von Banff.

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Kurz Rast machen wir in der „Mount Engadine Lodge“ – übrigens ein herrlich möbliertes Landhaus im rustikal-kanadischen Stil (im Winter logieren hier die Langläufer). Leider hat die Küche nicht geöffnet: es gibt Kaffee, kalte Getränke und den eigenen Proviant.

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Bei wechselhaftem Wetter geht’s dann weiter zu den Kananaskas Lakes, wo wir nach einem Campground für die Nacht suchen und am „Boulton Creek“ dann unser Zelt aufstellen.

Unglaublich die Weiten – Seen, Wälder, schroffe felsige Berge. Unser Bike spurt wunderbar über die Schotterstraße und lässt sich durch unseren schweren Anhänger kaum aus der Ruhe bringen – zumindest nicht bis Tempo 50 bei Bergab-Passagen.

Ab in die Rockies!

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Wir radeln durch Calgary, vorbei an verlassenen Bürogebäuden: „Der niedrige Ölpreis …. „, wie uns Jack, der Hotel-Driver versichert hat. Er hat alle Höhen und Tiefen der Stadt, die in seiner Jugend noch ein unscheinbarer ländlicher Ort war, miterlebt. „Mit den 70-Jahren kam das Erdöl“, und so sei inmitten der verstreuten Häuser ein „Klein-Manhattan“ entstanden, meint er, ein Calgary, das es sogar zum Austragungsort der Olympischen Spiele gebracht hat.

 

Wir radeln unter einer schwarzen Wolke durch Alberta, die ab und zu einen angenehmen Regenschauer bringt und mit Blick auf die Rockies Richtung Westen. Die Landschaft könnte aus dem „Brokeback Mountain“-Movie sein, so lieblich.

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Nach knapp 100 km, einem stärkenden Coke in einem der herrlichen Tankstellen-Lebensmittel-Läden (50er Jahre-Flair!) an der Hauptstraße und einem Blick auf unsere Landkarte beschließen wir, nur bis Canmore weiterzufahren, also 20 km weiter (und 25 km vor Banff) – dort zu übernachten und am nächsten Tag den Abschneider zur Great Divide zu nehmen.

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Im „Bear-Hostel“ im lieblich-verwahrlosten Canmore offeriert uns der Hostel-Manager nicht nur ein Zimmer, sondern gleich auch einen Pfefferspray: „wegen der Bären, die im Gelände auftauchen“. Walter findet das alles wieder einmal übertrieben und kauft mir eine Fahrrad-Glocke. Kanada-Kenner wissen: „Bears hate noise.“ Und es bringt ihn auch gar nicht aus der Ruhe, als wir abends in den „Canmore News“ von der „Bärin 148“ lesen (sie trägt einen Chip), die jetzt das Revier wechselt.

 

  1. Juli, 7 Uhr: heute ist unser Hochzeitstag und es geht in die Wildnis!

Es geht los – nach den „Inconveniences“

„Hey guys, are you crazy? Arizona is defenitely not the place to be in summer“, so begrüßt uns der Immigration officer bei der Ankunft in Calgary, nachdem er sich nach unseren Reiseplänen erkundigt hat. „Crazy Austrians“, ruft er uns noch freundlich verwundert nach.

 

Eigentlich hätte unsere Tour ja bereits gestern, samstags, starten sollen: von Calgary nach Banff, 140 km. Aber bei Ankunft in der Gepäckshalle vom Calgary Airport hat uns ein freundlicher Baggage officer mitgeteilt, dass unser Oversize-Luggage in London zurückgeblieben ist, was British Airways sehr bedauert … – unser Tandem. Das bedeutet Formulare ausfüllen, Telefonate führen … und eine weitere Nacht im Hotel buchen. Am nächsten Tag, ein Calgary-Sightseeing-Tag, meldet sich abends dann British Airways …. das Tandem kommt, wir sind erleichtert.

Am Sonntag morgen, 8 Uhr, nach einem kräftigen Frühstück starten wir dann in Richtung Banff. Unser Anhänger ist, so kann man sagen, maximal bepackt – und wir haben uns vorgenommen, auf dem Weg in die heißeren Klima-Zonen der USA, die wärmere Wäsche zurückzulassen.